In einem der letzten Artikel wurde das Seekiefer Sperrholz vorgestellt, jetzt weiß ich natürlich wie Sperrholz per se aussieht, da ich ja Tischler bin. Doch nicht jeder kann sich unter dem Begriff Sperrholz etwas vorstellen. Daher möchte ich hier erklären, was es damit auf sich hat.

Erfahrt hier mehr rund um das Sperrholz, die Unterschiede, den Aufbau und Verwendung.

Sperrholz, was ist das?

Als Sperrholz bezeichnet man alle (Holz)Plattenwerkstoffe, die aus mindestens drei kreuzweise verleimten Schichten bestehen (dieses Verdrehen um 90° nennt man auch absperren, daher Sperrholz). Sperrhölzer verfügen immer über eine ungerade Anzahl an Lagen.

Arten von Sperrholz

Zu den Sperrhölzer zählen:

  • Furniersperrholz (dazu gehört auch das Seekiefersperrholz)
  • Stabsperrholz/ Stäbchensperrholz (auch unter der Bezeichnung Tischlerplatte bekannt)
  • Multiplex

Abmessungen

Die gängisten Abmessungen in der Tischlerei sind 2500x1250x15mm oder 18mm

Wo liegt der Unterschied?

Furniersperrholz – besteht aus ca. 2-5mm dicken Schälfurnieren findet man beispielsweise oft bei formverleimten Stuhllehnen.

Stabsperrholz/ Stäbchensperrholz – bestehen aus in der Regel drei Schichten. Die Mittellage wird durch Leisten gebildet (breitere beim Stabsperrholz, schmalere beim Stäbchensperrholz, die Mittellage befindet sich zwischen zwei Absperrfurnieren aus Gabun oder Pappel, ebenfalls Weichhölzer. Dieses Plattenmaterial ist verhältnismäßig leicht und in Laufrichtung der Leisten biegesteif, bedarf allerdings einer gesonderten Oberflächenbeschichtung.

Multiplex – ist dem Furniersperrholz sehr ähnlich, allerdings sind die einzelnen Schichten dünner ca. 0,8-2,5mm, was das Multiplex zwar steifer, aber auch deutlich schwerer macht. Vorwiegend wird es aus Birke oder Buche hergestellt.

Verwendung

Alle werden im Möbelbau, Innenausbau oder Sonderbau verwendet und sind je nach Verleimung auch im Außenbereich einsetzbar. Durch ihre kreuzweise Verleimung bleiben die Sperrhölzer besser „stehen“, d.h. das Quellen und Schwinden der Hölzer wird besser kontrolliert, als es bei Vollholz ohne spezielle Konstruktionskniffe der Fall wäre.

Zusammenfassung

Sperrholz ist ein toller Werkstoff mit einem sehr breiten Einsatzspektrum, von dauerhaften Unterkonstruktionen bis zum hochwertigen Möbel, Küchenfronten oder Innenausbau ist alles damit möglich, besonders wenn die Querschnitte klein gehalten werden sollen. Denn im Vergleich zu einer Spanplatte ist ein Sperrholz um ein vielfaches tragfähiger, dafür hat die Spanplatte beim Preis die Nase vorn.

 

Bis zum nächsten Mal,

euer Fabian von PURA – Die Tischler

 

 

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