Angefangen hat alles mit einer relativ harmlosen Anfrage für die Renovierung einer Altbautreppe, doch es wurde alles andere als harmlos.

Erfahrt im folgenden Artikel was uns während diesem spannenden Projekt widerfahren ist, warum es uns an den Rand des Wahnsinns getrieben hat und wie am Ende doch noch alles gut wurde.

Die erste Besichtigung

Es war ein kalter Wintertag, im Halbdunkel traf ich mich mit dem Bauherren und dem Projektleiter vor dem Objekt. Als wir zusammen die Baustelle betraten wurden wir von lautem Baustellengepolter und einem kräftigen „GEMOIJE“ von den Verputzern begrüßt. Vorbei an Gipssäcken und Bauheizgeräten offenbarte sich dann am Ende des Flures die alte Treppe. Ihr Alter sah man ihr an, was sie wohl schon alles miterlebt hat?

Egal, nach kurzer Besichtigung war ich mir sicher was zu tun ist. Anschleifen, Spachteln, ein paar Treppensprossen tauschen, neuer Anstrich, die Stufen aufdoppeln, neue Blendsetzstufen und fertig ist die alte Treppe im neuen Glanz.

Aller Anfang ist leicht

Nachdem die anderen Gewerke ihre Arbeiten weitestgehend abgeschlossen hatten und wir loslegen konnten, lief es zu Beginn erschreckend gut. Tatsächlich ging das Spachteln und Anschleifen schneller als ursprünglich angenommen. Auch eine Schicht Grundierung hatte ich aufgebracht.

So konnten wir die Baustelle nach wenigen Tagen guten Gewissens verlassen und warteten bis die Gipser den Feinputz aufgebracht hatten. Da wir auf der Baustelle noch Folgeaufträge hatten, kamen wir dann zur Montage der Fensterbänke wieder auf die Baustelle.

Jetzt kommt es dick

Beim Betreten der Baustelle zur Fensterbankmontage kam dann der Schock. Die Verputzer hatten zum Schutz der Treppe, eben diese abgeklebt, was eigentlich eine sehr löbliche Angelegenheit ist. Beim Entfernen der Klebesteifen von den Treppenwangen, klebte das Klebeband allerdings so gut, dass dieses die Grundierung samt alter Lackschichten von den Wangen runterriss. Bei genauerer Betrachtung stellte ich fest, dass teilweise die alten Lackschichten nicht auf der ersten Lackschicht hielt. So ein Mist, was nun? Ich hatte an verschiedenen Stellen zuvor einen Test gemacht ob die Grundierung auf den alten Astrichen auch hält, was diese auch tat.

So war das nicht geplant! Also nochmal von vorne, aber diesmal richtig.

Die Rettung

Die Rettung kam schließlich in Form von viel Schweiß, Tränen und Überstunden. Die kompletten Treppenwangen bis auf das rohe Buchenholz geföhnt und runtergeschliffen. Im gleichen Atemzug dann auch die Treppenstufen nach geschnitten, da jetzt kaum noch jemand hoch und runter musste. Dies erwies sich auch schwieriger als gedacht, man glaub gar nicht wie hart altes Holz sein kann. Zwei Schichten Grundierung später was dann alles wieder auf Anfang.

Schluss ist noch lange nicht

Jetzt beginnt der wirkliche Spaß. Damit der Bodenleger einen Anhaltspunkt hat, mussten zuerst die vier Austrittstufen gesetzt werden. Danach konnte Lauf für Lauf aufgefüttert und angepasst werden. Das war wirklich ein Fest für jeden Schreiner, keine einzige Stufe war wie die andere, alles Einzelstücke, die von Hand angepasst werden mussten. Einfach herrlich! Nachdem de Trittstufen eingepasst waren, wurden diese gegen Beschädigungen geschützt und mit den alten Stufen verklebt. Bereit zum Lackieren.

Ab jetzt wird’s einfacher

Denkste! Der Auftrag der ersten Lackschicht ließ nichts gutes erahnen, die Herstellerangabe lautete:“ 1-2 mal auftragen für einen deckenden Anstrich“. Letztendlich wurden es vier Anstriche, damit es gedeckt hat, wieder wurden die Tage lang und die Wochenenden kurz.

Was jetzt noch fehlt ist das Einpassen der Setzstufen, auch hier gab es nicht zwei gleiche Teile, alles Einzelstücke die der handwerklichen Schreinerarbeit einiges an Können abverlangt.

Auf der Zielgeraden

Fast geschafft alles eingepasst und verklebt, alles lackiert, was nun noch fehlt, ich die Versiegelung mit einem dauerelastischen Dichtstoff. Auch hier ist wieder äußerste Präzision gefragt, damit fällt oder steht das ganze Projekt. Meine Freude war wirklich riesengroß, als die letzte Silikonfuge gezogen war. Die Bauherren waren super zufrieden und sind weiterhin begeistert von ihrer neuen alten Treppe. Das ist alles was für uns zählt!

Bis zum nächsten Mal,

euer Fabian von PURA – Die Tischler

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